Alltag

Abenteuer Wäsche waschen für Anfänger

Wäsche waschen für Anfänger muss kein Albtraum sein - auch wenn die Waschmaschine auf den ersten Blick wie ein kompliziertes Raumschiff wirkt. Wenn du bisher eine Waschmaschine nur aus sicherer Distanz betrachtet hast oder die Befürchtung hast, dir bei deinen ersten Wascherfahrungen deine Lieblingskleidung zu ruinieren, bist du hier genau richtig.

Wäsche waschen für Anfänger - Kleidung sortieren

Ich musste zuhause herzlich wenig im Haushalt mithelfen und stand dann eines Tages skeptisch vor der WG-Waschmaschine. Die ersten Wochen habe ich mich nicht getraut, meine Wäsche zu waschen und sie stattdessen nachhause gebracht. Um dir diese Peinlichkeit zu ersparen, hier die ultimativen Wasch-Anfänger-Tipps:

Schritt 1: Wäsche nach Farben sortieren

Vor dem Waschgang muss die Kleidung nach Farben sortiert werden. Das ist der wichtigste Schritt, um Verfärbungen zu vermeiden!

Die drei Haufen:

  • Weiße Wäsche: Alles, was rein weiß ist
  • Schwarze/Dunkle Wäsche: Schwarz, dunkelblau, dunkelgrau
  • Bunte Wäsche: Alles andere (rot, gelb, grün, hell...)

Profi-Tipp: Farbfangtücher

Verwende bei jedem Waschgang ein spezielles Farbfangtuch (gibt's bei dm oder Bipa). Es nimmt lose Farbe auf und verhindert Verfärbungen. Ein Tuch kann ca. 30 Mal mitgewaschen werden!

Wichtig bei neuer Kleidung: Wenn du weiße Kleidung mit buntem Muster hast, wasche sie nur mit der weißen Wäsche mit, wenn die Kleidung NICHT neu ist. Neue Sachen können noch ausfärben!

Schritt 2: Flecken vor dem Waschen behandeln

Gibt es Flecken auf deiner Kleidung? Dann behandle sie VOR dem Waschen:

  1. Nimm Gallseife oder Hirschseife zur Hand
  2. Reibe die Seife mit etwas Wasser auf den Fleck
  3. Lass es mindestens 30 Minuten einwirken (oder über Nacht)
  4. Dann normal in die Wäsche geben

Wichtig bei Blutflecken!

Verwende bei Blutflecken IMMER kaltes Wasser! Warmes Wasser lässt das Eiweiß im Blut gerinnen und der Fleck geht nie wieder raus.

Schritt 3: Waschsack für Feinwäsche

Für heikle Kleidungsstücke gibt es Waschsackerl (Wäschenetze mit Reißverschluss). Sie sind praktisch und verlängern die Lebensdauer deiner Kleidung erheblich.

In den Waschsack gehören:

  • BHs (die Haken verfangen sich sonst!)
  • Kleidung mit Pailletten oder Perlen
  • Spitzenwäsche
  • Feine Pullover
  • Strumpfhosen

Waschsäcke bekommst du in verschiedenen Größen in jeder Drogerie für wenige Euro.

Schritt 4: Hosentaschen kontrollieren!

Bevor du alles in die Waschmaschine manövrierst, kontrolliere ALLE Hosentaschen. Das erspart dir:

  • Taschentuch-Desaster: Ein mitgewaschenes Taschentuch verteilt weiße Fusseln auf der GESAMTEN Wäsche
  • Kaputte Elektronik: Kopfhörer und USB-Sticks überleben die Waschmaschine nicht
  • Verfärbungen: Kugelschreiber können auslaufen

Bonus: Mit etwas Glück findest du noch Geld oder etwas, das du schon ewig suchst!

Schritt 5: Die richtige Temperatur wählen

Jetzt kommen wir zu den Geräteeinstellungen. Welche Temperatur ist die richtige?

60 Grad:

  • Unterwäsche und Socken
  • Bettwäsche und Leintücher
  • Handtücher
  • Sportsachen (wegen Schweiß und Bakterien)
  • Geschirrtücher

30-40 Grad:

  • T-Shirts und Hemden
  • Hosen und Jeans
  • Pullover
  • Alles andere, was nicht stark verschmutzt ist

Schleudern - wie viel?

Beim Waschgang kannst du einstellen, wie viele Umdrehungen geschleudert wird:

  • Hohe Drehzahl (1200-1400): Wäsche ist zerknittert, aber schnell trocken
  • Niedrige Drehzahl (600-800): Wäsche bleibt feucht, hat aber weniger Falten

Schritt 6: Waschmittel richtig dosieren

Die Mengenangabe findest du auf der Verpackung. Als grobe Orientierung:

  • Normal verschmutzte Wäsche: ca. halbe Dosierkappe
  • Stark verschmutzte Wäsche: volle Dosierkappe
  • Weichspüler: meist noch weniger nötig

Flüssig oder Pulver?

Beides funktioniert gut. Angeblich soll es für die Waschmaschine gut sein, ab und zu auch Pulver zu verwenden. Mit der Zeit bekommst du ein Gefühl für die richtige Dosierung.

Schritt 7: Wäsche rausholen - aber rechtzeitig!

Wenn der Waschgang fertig ist: Lass die Kleidung nicht in der Trommel liegen!

Schon nach wenigen Stunden entsteht ein muffiger Geruch und du kannst von vorne anfangen. Also: Wäsche sofort aufhängen oder in den Trockner geben.

Bonus-Tipps für Wasch-Profis

Wäsche zusammenlegen mit Mitbewohnern

Wenn du nicht alleine wohnst, frage deine Mitbewohner, ob sie auch ein Teil in "deiner" Farbe haben. So bekommst du die Waschtrommel voll und sparst Strom und Wasser.

Pflegeetiketten lesen

Das kleine Etikett in der Kleidung verrät dir alles, was du wissen musst. Die wichtigsten Symbole:

  • Waschbottich mit Zahl: Maximale Temperatur
  • Durchgestrichener Waschbottich: Nicht in die Waschmaschine!
  • Kreis: Nur chemische Reinigung

Häufige Fragen zum Wäsche waschen

Wie sortiere ich Wäsche richtig?

Sortiere deine Wäsche nach Farben in drei Haufen: weiße Wäsche, schwarze/dunkle Wäsche und bunte Wäsche. Neue Kleidungsstücke sollten die ersten Male separat gewaschen werden, da sie noch ausfärben können. Verwende zusätzlich Farbfangtücher für extra Schutz.

Bei welcher Temperatur wasche ich was?

60 Grad für Unterwäsche, Socken, Handtücher, Bettwäsche und Sportsachen. 30-40 Grad für normale Alltagskleidung wie T-Shirts, Hosen und Pullover. Je heißer du wäschst, desto mehr Energie verbrauchst du - aber manche Sachen brauchen die Hitze für Hygiene.

Wie viel Waschmittel brauche ich?

Die Mengenangabe findest du auf der Verpackung. Als Faustregel: Eine halbe Dosierkappe bei normaler Verschmutzung, eine volle Kappe bei stark verschmutzter Wäsche. Zu viel Waschmittel schadet der Maschine und hinterlässt Rückstände auf der Kleidung.

Wie entferne ich hartnäckige Flecken?

Behandle Flecken vor dem Waschen mit Gallseife oder Hirschseife. Einfach die Seife mit etwas Wasser auf den Fleck reiben, mindestens 30 Minuten einwirken lassen und dann normal waschen. Bei Blutflecken IMMER kaltes Wasser verwenden!

Was ist ein Waschsack und wofür brauche ich ihn?

Ein Waschsack (Wäschenetz) ist ein Netz mit Reißverschluss für empfindliche Kleidung wie BHs, Spitze oder Kleidung mit Pailletten. Er schützt die Stücke vor Beschädigung in der Trommel und verhindert, dass sich Haken in anderer Wäsche verfangen.

Warum riecht meine Wäsche nach dem Waschen muffig?

Das passiert, wenn die Wäsche zu lange in der geschlossenen Trommel liegt. Nimm sie sofort nach dem Waschgang heraus! Auch eine verschmutzte Waschmaschine kann Gerüche verursachen - lass ab und zu einen leeren Waschgang bei 90 Grad laufen.

Kann ich alles zusammen waschen?

Nein! Verschiedene Farben können aufeinander abfärben, besonders bei höheren Temperaturen und neuer Kleidung. Sortiere immer nach Farben und wasche neue Kleidungsstücke die ersten Male separat.

Was bedeuten die Symbole auf dem Pflegeetikett?

Der Waschbottich mit einer Zahl zeigt die maximale Temperatur. Ein durchgestrichener Bottich bedeutet: nicht in die Waschmaschine. Ein Kreis steht für chemische Reinigung. Ein Dreieck betrifft Bleichen, das Bügeleisen das Bügeln.

Wie oft sollte ich Handtücher waschen?

Handtücher solltest du nach 3-4 Mal Benutzen waschen, spätestens aber nach einer Woche. Sie sammeln Bakterien und Hautschuppen. Wasche sie bei 60 Grad für optimale Hygiene.

Kann ich Jeans in die Waschmaschine geben?

Ja, aber wasche Jeans auf links gedreht bei maximal 30-40 Grad. So bleiben die Farben länger intensiv. Jeans müssen auch nicht nach jedem Tragen gewaschen werden - oft reicht Lüften.

Fazit: Wäsche waschen ist keine Raketenwissenschaft

Das war's! Eigentlich sind das gar nicht so viele Punkte. Wäsche waschen ist wirklich nicht schwer und wenn du einmal angefangen hast, wirst du dich schnell zum Profi entwickeln. Die wichtigsten Regeln: Nach Farben sortieren, richtige Temperatur wählen und die Wäsche nicht in der Maschine vergessen.